Argumente für eine familienbewusste Personalpolitik

Ökonomische Vorteile

Familienfreundlichkeit rechnet sich

Familienfreundlichkeit ist mittlerweile ein harter Wettbewerbs- und Standortfaktor. Denn sie rechnet sich – für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Lohnende Investition

Familienfreundlichkeit lohnt sich sowohl für Kleinbetriebe als auch für große Konzerne. Der betriebswirtschaftliche Nutzen kann die Investitionen deutlich übersteigen.

Konzertierte Aktion und mehr

Die Werttreiber familienfreundlicher Maßnahmen sind:

  • einfachere Rekrutierung
  • geringere Fluktuation = geringere Wiederbeschaffungskosten
  • geringere Kosten der Elternzeit (Überbrückung, Wiedereingliederung)
  • besseres Betriebsklima, höhere Motivation und Einsatzbereitschaft der Beschäftigten
  • weniger Fehlzeiten (geringerer Krankenstand, kürzere Elternzeiten)
  • erhöhte Produktivität

Die Möglichkeiten für eine familienbewusste Personalpolitik reichen über die Einrichtung von flexiblen Arbeitszeiten und Telearbeitsplätzen bis hin zur betrieblichen Kinderbetreuung.

Weniger Fehlzeiten, niedrigere Kosten

Familienbewusste Angebote senken die Fehlzeiten im Betrieb, denn Eltern können so ihre Doppelbelastung reduzieren und sind seltener krank. Und: Familienfreundlichkeit verkürzt die Elternzeiten; das Unternehmen spart dadurch Kosten für Überbrückung und Wiedereingliederung. Zudem reduziert sich die Zahl der Beschäftigten, die gar nicht aus der Elternzeit zurückkehren. Der Betrieb senkt damit seinen Aufwand für die Wiederbesetzung von Stellen.

Kleine Firma – große Ersparnis

Familienbewusstsein rechnet sich nicht nur für große Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten. Auch kleine und mittlere Betriebe sparen mit familienfreundlichen Angeboten bares Geld. Durch Familienbewusstsein sinken die Kosten für Überbrückung der Elternzeit, familienbedingte Fluktuation oder die Wiedereingliederung nach der Elternzeit. Die Einsparungen übersteigen auch bei kleineren Unternehmen deutlich die Investitionen in eine familienbewusste Personalpolitik.

Handlungsfelder einer familienbewussten Personalpolitik

Familienbewusste Personalpolitik macht sich bezahlt

Wer dafür sorgt, dass Mütter und Väter Beruf und Familie in Einklang bekommen, sichert sich langfristig ihre Kenntnisse über die Abläufe in der Firma, ihr Spezialwissen und ihre Erfahrungen im Umgang mit Kunden, Auftraggebern und Dienstleistern. Darüber hinaus steigt die Motivation der Beschäftigten und dadurch auch die Leistung. Hier finden Sie die Handlungsfelder familienbewusster Personalpolitik, auf denen Sie aktiv werden können:

  • Flexible Arbeitszeitregelungen (Teilzeit, Gleitzeit, Jahres-/Lebens-Arbeitszeitkonten, Sabbaticals)
  • Familienbewusste Arbeitsorganisation (flexible Gestaltung und Verteilung von Arbeitsaufträgen, multifunktionaler Personaleinsatz, Mitarbeiterbeteiligung)
  • Informations- und Kommunikationspolitik (kontinuierliche Information über den Nutzen familienfreundlicher Maßnahmen)
  • Führungskompetenz (familienbewusstes Verhalten von Führungskräften)
  • Personalentwicklung (Berücksichtigung familiärer Belange bei Einstellung und Karriereplanung)
  • Angebote für den Wiedereinstieg nach der Elternzeit (Weiterbildung, Kontakthalteprogramme)
  • Entgeltbestandteile (finanzielle Unterstützung von Beschäftigten mit Familie)
  • Geldwerte Leistungen für Familien (Serviceangebote für Haushalt, Freizeit oder Gesundheit)
  • Service für Familien (Vermittlung von Betreuungsplätzen und Beratung zu Betreuungsangeboten für Kinder und pflegebedürftige Angehörige, betrieblich unterstützte Kinderbetreuung)

Personalmarketing

Familienfreundlichkeit macht attraktiv

Besonders Firmen in strukturschwachen Regionen kämpfen mit der Abwanderung von Fachkräften. Durch familienbewusste Personalpolitik können sie sich trotzdem als attraktiver Arbeitgeber behaupten. Im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte können familienbewusste Unternehmen punkten. Denn Familienfreundlichkeit ist für junge Berufstätige ein wichtiges Kriterium bei der Arbeitgeberwahl.

Eltern an das Unternehmen binden

Die Einführung familienfreundlicher Maßnahmen bietet Arbeitgebern nicht nur die Chance, qualifizierte Fachkräfte auf sich aufmerksam zu machen, sondern sie langfristig an das eigene Unternehmen zu binden. So haben über ein Viertel der befragten Mütter und Väter bereits einmal den Arbeitgeber gewechselt, um Beruf und Familie besser vereinbaren zu können – und 78 Prozent können sich vorstellen, dies in Zukunft zu tun. Das gilt für beide Geschlechter. Denn auch für Männer in der Familiengründungsphase spielt das Thema mit zunehmendem Alter eine wichtige Rolle, wie die Studie zeigt. Danach ist für rund 67 Prozent der 35- bis 39-Jährigen die Familienfreundlichkeit des Arbeitgebers bei der Stellensuche wichtig.

Angebote kommunizieren

Wichtig ist, dass die Angebote bei den Beschäftigten ankommen. Die Beschäftigten nehmen diese Maßnahmen aber häufig gar nicht wahr. So schätzten die befragten Arbeitgeber ihre Angebote deutlich besser ein als die befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Während 95 Prozent der Personalverantwortlichen von Teilzeitangeboten im eigenen Unternehmen berichteten, wussten lediglich 27 Prozent der befragten Beschäftigten von diesen Möglichkeiten.

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